mindestlohn für schüler
Mindestlohn für Schüler: Was Schüler in Deutschland verdienen
Für Schüler unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt der gesetzliche Mindestlohn nicht; sie können daher auch weniger als 12,82 € pro Stunde verdienen. Für volljährige Schüler (ab 18) gilt der allgemeine Mindestlohn.
Mindestlohn für Schüler: Was gilt rechtlich?
Viele Schüler in Deutschland jobben neben der Schule – sei es als Zeitungsausträger, in der Gastronomie oder im Einzelhandel. Dabei stellt sich oft die Frage: Gilt der gesetzliche Mindestlohn auch für Schüler? Die Antwort ist nicht ganz einfach, denn das Mindestlohngesetz (MiLoG) sieht eine wichtige Ausnahme vor.
Laut §22 MiLoG gilt der gesetzliche Mindestlohn nicht für Personen, die noch nicht 18 Jahre alt sind und keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Das bedeutet: Solange ein Schüler unter 18 ist und noch keinen Berufsabschluss (z. B. eine abgeschlossene Lehre) hat, darf der Arbeitgeber theoretisch auch weniger als die 12,82 € pro Stunde (Stand 2025) zahlen. Für volljährige Schüler (ab 18) oder solche mit abgeschlossener Ausbildung greift dagegen der allgemeine Mindestlohn.
Diese Regelung sorgt immer wieder für Verwirrung. Viele Eltern und Schüler gehen fälschlicherweise davon aus, dass der Mindestlohn für alle gilt. Tatsächlich ist die Bezahlung von unter 18-jährigen Schülern oft niedriger – je nach Branche und Region zwischen 6 und 10 Euro pro Stunde. Das ist rechtlich zulässig, solange das Jugendarbeitsschutzgesetz eingehalten wird (z. B. Höchstarbeitszeiten, Nachtarbeitsverbot).
Brutto vs. Netto bei Schülerjobs
Um das tatsächliche Einkommen zu verstehen, muss man zwischen Brutto und Netto unterscheiden. Der Bruttolohn ist der vereinbarte Stundenlohn multipliziert mit den gearbeiteten Stunden. Der Nettolohn ist das, was nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben auf dem Konto landet.
Bei Minijobs (bis 538 € monatlich im Jahr 2025) sind für den Schüler in der Regel keine Abzüge fällig. Der Arbeitgeber zahlt pauschal Steuern und Sozialbeiträge. Der Bruttolohn entspricht hier fast dem Nettolohn. Verdient ein Schüler mehr als 538 € im Monat (z. B. durch mehrere Jobs oder einen Midijob), fallen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an. Die Höhe der Abzüge hängt von der Steuerklasse (meist 1 oder 6), der Kirchensteuer und den Sozialversicherungssätzen ab.
Ein Beispiel: Ein 17-jähriger Schüler arbeitet 10 Stunden pro Woche in einem Supermarkt und erhält 10 € pro Stunde. Das sind 400 € brutto im Monat – ein Minijob, also netto ebenfalls rund 400 €. Ein 19-jähriger Schüler (volljährig) hat dagegen Anspruch auf mindestens 12,82 €/Std. Bei gleicher Stundenzahl wären das 512,80 € brutto – knapp unter der Minijob-Grenze, also ebenfalls fast netto. Würde er 12 Stunden pro Woche arbeiten (ca. 615 € brutto), läge er über der Grenze und müsste Steuern und Sozialabgaben zahlen.
Vergleich mit anderen Berufen
Zum Einordnen: Der gesetzliche Mindestlohn für Erwachsene liegt 2025 bei 12,82 €/Std. (rund 26.666 € brutto/Jahr bei 40 Std./Woche). Zum Vergleich: Eine Pflegekraft verdient im Durchschnitt etwa 38.000 € brutto/Jahr, ein Softwareentwickler rund 62.000 €. Schülerjobs liegen meist deutlich darunter – selbst wenn der Mindestlohn greift, arbeiten Schüler selten Vollzeit. Ein volljähriger Schüler, der 20 Stunden pro Woche zum Mindestlohn arbeitet, kommt auf etwa 13.333 € brutto/Jahr – netto je nach Steuerklasse etwas weniger.
Wer mehr über typische Gehälter in verschiedenen Berufen erfahren möchte, findet im Berufsspiegel detaillierte Übersichten. Auch der Ratgeber bietet hilfreiche Tipps zur Gehaltsverhandlung und zum Vergleich von Angeboten.
Regionale und tarifliche Unterschiede
Obwohl der gesetzliche Mindestlohn bundeseinheitlich ist, können Tarifverträge höhere Löhne vorsehen. In Branchen mit Tarifbindung (z. B. Einzelhandel, Gastgewerbe) gibt es oft eigene Lohnuntergrenzen, die über dem Mindestlohn liegen. Auch regionale Unterschiede sind möglich: In Ballungsräumen wie München oder Frankfurt zahlen Arbeitgeber häufig mehr, um Arbeitskräfte zu gewinnen. Für Schüler unter 18 ohne Tarifbindung ist der Spielraum nach unten jedoch groß – hier lohnt es sich, mehrere Angebote zu vergleichen.
Fazit: Mindestlohn für Schüler – genau prüfen
Zusammenfassend gilt: Der Mindestlohn für Schüler ist kein einheitlicher Begriff. Entscheidend sind das Alter und der Ausbildungsstatus. Unter 18-Jährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung haben keinen gesetzlichen Anspruch auf den allgemeinen Mindestlohn. Volljährige Schüler und solche mit Ausbildung schon. Bei der Jobsuche sollten Schüler und Eltern daher genau auf den Stundenlohn achten und im Zweifel nachfragen, ob der Mindestlohn gezahlt wird. Ein Blick in die Gehaltsdaten kann helfen, realistische Erwartungen zu entwickeln.
Letztlich gilt: Je höher der Stundenlohn, desto mehr bleibt netto übrig – besonders bei Minijobs, wo kaum Abzüge anfallen. Wer die Wahl hat, sollte Angebote vergleichen und auch die Arbeitszeiten sowie die Art der Tätigkeit berücksichtigen.
Häufige Fragen
Gilt der Mindestlohn auch für Schüler unter 18?
Nein, der gesetzliche Mindestlohn gilt nicht für Personen unter 18 Jahren, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Das ist im Mindestlohngesetz (§22) festgelegt. Schüler über 18 oder mit abgeschlossener Ausbildung haben dagegen Anspruch auf den allgemeinen Mindestlohn.
Wie hoch ist der Mindestlohn für Schüler über 18?
Für volljährige Schüler (ab 18) gilt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn. Dieser beträgt 2025 12,82 € pro Stunde, steigt ab 1. Januar 2026 auf 13,90 € und ab 2027 auf 14,60 € (laut BMAS und Mindestlohnkommission).
Was verdienen Schüler in typischen Nebenjobs netto?
Das Nettoeinkommen hängt von der Steuerklasse und der Höhe des Verdienstes ab. Bei einem Minijob (bis 538 € monatlich) sind keine Steuern und Sozialabgaben für den Schüler fällig – der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben. Bei höheren Verdiensten (z. B. über 538 €) fallen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an. Beispiel: Bei 12 €/Std. und 10 Stunden pro Woche (ca. 480 € brutto) bleibt netto fast der gleiche Betrag, wenn es ein Minijob ist.
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