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Krankengeld vom Brutto oder Netto: So berechnet sich Ihre Lohnersatzleistung

Krankengeld wird vom Bruttogehalt berechnet, aber auf maximal 90 % des Nettogehalts begrenzt. Typische Brutto-Spannen für Berufe liegen zwischen 38.000 € (Pflege) und 62.000 € (Softwareentwicklung).

Krankengeld vom Brutto oder Netto: Die entscheidende Frage

Viele Arbeitnehmer in Deutschland fragen sich: Wird das Krankengeld vom Brutto- oder Nettogehalt berechnet? Die Antwort ist nicht ganz einfach, denn das deutsche Sozialrecht kombiniert beide Größen. Grundsätzlich dient das Bruttogehalt als Ausgangsbasis, doch eine Netto-Obergrenze sorgt dafür, dass Sie nicht mehr erhalten als Ihr übliches Nettoeinkommen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen die Berechnung, zeigen Beispiele aus verschiedenen Berufsgruppen und geben Ihnen eine Einordnung, wie sich Ihr persönliches Krankengeld zusammensetzt.

So wird Krankengeld berechnet

Das Krankengeld ist eine Lohnersatzleistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Es wird gezahlt, wenn Sie länger als sechs Wochen krank sind – die ersten 42 Tage erhalten Sie Ihr volles Gehalt vom Arbeitgeber (Entgeltfortzahlung). Ab der siebten Woche springt die Krankenkasse ein. Die Berechnung erfolgt nach § 47 SGB V:

  • 70 % des regelmäßigen Bruttoentgelts der letzten 12 Monate vor der Arbeitsunfähigkeit.
  • Höchstens 90 % des Nettoentgelts, das Sie ohne Krankheit erhalten hätten.

Das bedeutet: Ihr Krankengeld wird vom Brutto berechnet, aber auf maximal 90 % Ihres Nettogehalts gedeckelt. In der Praxis ist fast immer der Netto-Cap der niedrigere Betrag, sodass Sie effektiv etwa 85–90 % Ihres Nettogehalts als Krankengeld erhalten. Die genaue Höhe hängt von Ihren individuellen Abzügen ab.

Beispielrechnung für einen Durchschnittsverdiener

Nehmen wir einen Beruf mit einem Bruttojahresgehalt von 45.000 € (Monatsbrutto 3.750 €). Bei Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer und mit einem Kind, liegt das Netto etwa bei 2.800 €. Das Krankengeld beträgt:

  • 70 % von 3.750 € = 2.625 € (brutto)
  • 90 % von 2.800 € = 2.520 € (Netto-Cap)

Da der Netto-Cap niedriger ist, erhalten Sie 2.520 € Krankengeld pro Monat. Das sind rund 67 % Ihres Bruttogehalts, aber 90 % Ihres Nettogehalts.

Berufsbeispiele: Wie viel Krankengeld bekommen Sie?

Die Höhe des Krankengeldes variiert stark mit Ihrem Beruf und Gehalt. Hier eine Übersicht anhand typischer Brutto-Jahresgehälter aus unserem Berufsspiegel:

Beruf Brutto/Jahr Brutto/Monat Krankengeld (70 % brutto) Netto-Cap (90 % Netto, ca.) Auszahlung
Softwareentwickler/in 62.000 € 5.167 € 3.617 € ca. 3.250 € 3.250 €
Projektmanager/in 58.000 € 4.833 € 3.383 € ca. 3.050 € 3.050 €
Ingenieur/in 56.000 € 4.667 € 3.267 € ca. 2.950 € 2.950 €
Lehrer/in 52.000 € 4.333 € 3.033 € ca. 2.750 € 2.750 €
Krankenpfleger/in 42.000 € 3.500 € 2.450 € ca. 2.250 € 2.250 €
Pflegekraft 38.000 € 3.167 € 2.217 € ca. 2.050 € 2.050 €

Hinweis: Die Netto-Caps sind grobe Schätzungen für Steuerklasse I, ein Kind, keine Kirchensteuer. Ihre tatsächlichen Werte können abweichen.

Wie Sie sehen, liegt das Krankengeld in allen Fällen unter dem Bruttogehalt, aber nahe am Nettogehalt. Besonders bei höheren Gehältern (z. B. Softwareentwickler) wird der Netto-Cap oft unterschritten, weil die Abzüge prozentual steigen.

Einflussfaktoren auf Ihr Krankengeld

Die Frage „Krankengeld vom Brutto oder Netto“ lässt sich nicht pauschal beantworten, denn mehrere Faktoren verschieben die Spanne:

  • Steuerklasse: In Steuerklasse III (verheiratet, Alleinverdiener) ist das Netto höher, der Netto-Cap steigt. In Steuerklasse V ist das Netto niedriger.
  • Kinderfreibeträge: Mehr Kinder erhöhen das Netto und damit den Cap.
  • Kirchensteuer: Wer Kirchensteuer zahlt, hat ein niedrigeres Netto.
  • Region: Unterschiedliche Hebesätze bei der Kirchensteuer und ggf. regionale Zuschläge beeinflussen das Netto.
  • Beitragsbemessungsgrenze: Liegt Ihr Brutto über 5.512,50 € monatlich (2025), wird nur dieser Betrag für die Berechnung herangezogen. Das Krankengeld ist dann gedeckelt.
  • Tarifverträge: In manchen Branchen gibt es tarifliche Zuschläge zum Krankengeld, die über das gesetzliche Maß hinausgehen.

Krankengeld und Gehaltsvergleich: Was bedeutet das für Ihre Finanzen?

Wenn Sie Ihr Gehalt mit anderen Berufen vergleichen, sollten Sie auch die Krankengeldabsicherung bedenken. Ein höheres Bruttogehalt führt zwar zu einem höheren Krankengeld, aber der Netto-Cap begrenzt den Anstieg. Für eine realistische Einschätzung Ihrer finanziellen Situation bei längerer Krankheit empfehlen wir, mit Ihrem tatsächlichen Netto zu rechnen. Nutzen Sie dazu unseren Gehaltsdaten-Bereich oder den Ratgeber mit weiteren Tipps zur privaten Absicherung.

Fazit

Die kurze Antwort: Krankengeld wird vom Brutto berechnet, aber durch eine Netto-Obergrenze begrenzt. Für die meisten Arbeitnehmer bedeutet das etwa 85–90 % des Nettogehalts. Die genaue Höhe hängt von Ihrem Beruf, Ihrer Steuerklasse und Ihren persönlichen Abzügen ab. Vergleichen Sie Ihr Gehalt mit den obigen Beispielen und lassen Sie sich von Ihrer Krankenkasse eine exakte Berechnung erstellen. Weitere Informationen zu Berufsgehältern und Netto-Einordnungen finden Sie auf Berufsgehalt – Ihrer Adresse für transparente Gehaltsdaten in Deutschland.

Häufige Fragen

Wird Krankengeld vom Brutto- oder Nettogehalt berechnet?

Krankengeld wird grundsätzlich vom Bruttogehalt berechnet: Es beträgt 70 % des regelmäßigen Bruttoentgelts. Allerdings gibt es eine Netto-Obergrenze: Das Krankengeld darf nicht höher sein als 90 % des Nettogehalts, das Sie ohne Krankheit erhalten hätten. In der Praxis wird daher oft der niedrigere Betrag ausgezahlt – meist der Netto-Cap.

Wie hoch ist das Krankengeld in etwa bei einem Durchschnittsgehalt?

Bei einem Bruttogehalt von 3.750 € monatlich (Median) liegt das Krankengeld brutto bei etwa 2.625 €. Nach Anwendung der Netto-Obergrenze (90 % von ca. 2.800 € netto) erhalten Sie rund 2.520 €. Der genaue Betrag variiert je nach Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Kirchensteuer.

Welche Faktoren beeinflussen die Höhe des Krankengeldes?

Die Höhe hängt von Ihrem Bruttogehalt der letzten 12 Monate ab, begrenzt durch die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung (2025: 5.512,50 € monatlich). Zudem spielen Ihre Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuer und regionale Unterschiede bei den Sozialversicherungssätzen eine Rolle. Auch Tarifverträge können die Berechnungsgrundlage beeinflussen.

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