gesetzlicher mindestlohn
Gesetzlicher Mindestlohn 2025: Monatsgehalt, Jahresgehalt und Stundenlohn in Angeboten vergleichen
Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2025 bei 12,82 € brutto pro Stunde, was bei Vollzeit (40 Std./Woche) rund 26.666 € brutto im Jahr entspricht; die meisten Berufe liegen darüber, etwa Krankenpfleger mit rund 42.000 € brutto jährlich.
Angebote richtig lesen: Monatsgehalt, Jahresgehalt und Stundenlohn vergleichen
Wer sich auf Jobsuche begibt, stößt in Stellenanzeigen auf unterschiedliche Gehaltsangaben. Mal steht ein Monatsgehalt, mal ein Jahresgehalt, seltener ein Stundenlohn. Um Angebote fair zu vergleichen, hilft es, alle Angaben auf eine gemeinsame Basis zu bringen – und den gesetzlichen Mindestlohn als untere Messlatte zu kennen.
Der gesetzliche Mindestlohn als Orientierungspunkt
Seit seiner Einführung steigt der Mindestlohn schrittweise. Für 2025 beträgt er 12,82 Euro brutto pro Stunde. Ab 1. Januar 2026 sind es 13,90 Euro, ab 2027 dann 14,60 Euro (Beschluss der Mindestlohnkommission, bestätigt durch das BMAS). Bei einer Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden ergibt das:
- 2025: ~26.666 € brutto/Jahr (ca. 2.222 €/Monat)
- 2026: ~28.832 € brutto/Jahr (ca. 2.403 €/Monat)
- 2027: ~30.368 € brutto/Jahr (ca. 2.531 €/Monat)
Diese Zahlen sind die absolute Untergrenze. Die meisten Berufe liegen deutlich darüber. Unser Berufsspiegel zeigt, dass etwa Krankenpfleger/innen im Schnitt rund 42.000 € brutto/Jahr verdienen, Softwareentwickler/innen rund 62.000 €. Der Median aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland liegt bei etwa 45.000 € brutto/Jahr (Destatis).
So rechnen Sie Angebote um
Vom Stundenlohn zum Monatsgehalt
Ein Stellenangebot nennt einen Stundenlohn von 15 €. Wie viel sind das im Monat? Rechnen Sie:
Stundenlohn × Wochenarbeitszeit × 4,33
Beispiel: 15 € × 40 Std. × 4,33 = 2.598 € brutto/Monat.
Der Faktor 4,33 ergibt sich aus 52 Wochen geteilt durch 12 Monate. So berücksichtigen Sie, dass manche Monate mehr, manche weniger Arbeitstage haben.
Vom Monatsgehalt zum Jahresgehalt
Ein Monatsgehalt von 3.500 € brutto multiplizieren Sie mit 12 – sofern keine Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld vereinbart sind. Enthält der Vertrag 13 Monatsgehälter, rechnen Sie mit 13. Beispiel: 3.500 € × 13 = 45.500 € brutto/Jahr.
Vom Jahresgehalt zum Stundenlohn
Umgekehrt teilen Sie das Jahresbrutto durch (Wochenarbeitszeit × 52). Beispiel: 50.000 € / (40 Std. × 52) = ca. 24,04 €/Std.
Brutto vs. Netto: Was bleibt übrig?
Das Bruttogehalt ist die vereinbarte Vergütung vor Abzügen. Vom Brutto werden Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag (bei den meisten entfallen), ggf. Kirchensteuer sowie die Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosenversicherung) abgezogen. Das Netto ist das, was auf Ihrem Konto landet.
Die Höhe der Abzüge hängt ab von:
- Steuerklasse (I bis VI)
- Kinderfreibeträgen
- Kirchensteuerpflicht
- Bundesland (unterschiedliche Hebesätze bei der Kirchensteuer)
- Krankenkasse (Zusatzbeitrag variiert)
Beispiel: Bei Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, bleiben von 2.222 € brutto (Mindestlohn 2025) etwa 1.550–1.650 € netto übrig. In Steuerklasse III (verheiratet, Partner geringer verdienend) kann das Netto deutlich höher ausfallen.
Regionale und tarifliche Unterschiede
Der gesetzliche Mindestlohn gilt bundesweit. Viele Branchen haben jedoch Tarifverträge mit höheren Löhnen. So liegt der Tariflohn in der Metall- und Elektroindustrie oft bei über 3.000 € brutto/Monat für Berufseinsteiger. Auch regional gibt es Unterschiede: In Süddeutschland und Ballungsräumen sind die Gehälter tendenziell höher als im Osten oder in ländlichen Regionen. Unser Gehaltsdaten-Bereich bietet eine Übersicht nach Postleitzahl und Beruf.
Tipps zum Vergleichen von Stellenangeboten
- Immer das Jahresgehalt vergleichen. Ein hohes Monatsgehalt kann durch fehlende Sonderzahlungen ausgeglichen werden.
- Stundenlohn ausrechnen, wenn die Arbeitszeit abweicht. Eine 35-Stunden-Woche bei gleichem Monatsgehalt bedeutet einen höheren Stundenlohn als 40 Stunden.
- Nebenleistungen einbeziehen: Betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Dienstwagen oder Prämien erhöhen den Gesamtwert.
- Netto-Rechner nutzen, um Ihr persönliches Netto zu schätzen. Viele Online-Rechner (z. B. von der Bundesregierung) helfen dabei.
- Mindestlohn als Untergrenze prüfen: Liegt das angebotene Gehalt unter dem gesetzlichen Mindestlohn, ist das Angebot unseriös oder illegal.
Fazit
Der gesetzliche Mindestlohn ist ein wichtiger Referenzpunkt, aber die meisten Berufe zahlen deutlich mehr. Um Angebote fair zu bewerten, rechnen Sie alle Angaben in Jahresbrutto und Stundenlohn um. Denken Sie daran, dass Netto individuell ist – Steuerklasse, Kinder und Region machen einen Unterschied. Nutzen Sie unseren Ratgeber für weitere Tipps zur Gehaltsverhandlung und zum Vergleich von Berufsgehältern.
Mit diesen Werkzeugen können Sie Stellenanzeigen souverän lesen und das passende Angebot für sich finden.
Häufige Fragen
Wie berechne ich aus dem gesetzlichen Mindestlohn mein Monatsgehalt?
Multiplizieren Sie den Stundenlohn mit der wöchentlichen Arbeitszeit und dem Faktor 4,33 (durchschnittliche Wochen pro Monat). Beispiel 2025: 12,82 € × 40 Std./Woche × 4,33 ≈ 2.222 € brutto/Monat. Bei Teilzeit entsprechend weniger.
Welches Netto bleibt vom gesetzlichen Mindestlohn übrig?
Das Netto hängt von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Sozialabgaben ab. Bei Steuerklasse I, keine Kinder, keine Kirchensteuer, bleiben von 2.222 € brutto etwa 1.550–1.650 € netto übrig. In anderen Steuerklassen kann es höher oder niedriger sein.
Warum verdienen manche Berufe trotz Mindestlohn mehr als andere?
Der gesetzliche Mindestlohn ist eine Untergrenze. Viele Branchen haben Tarifverträge mit höheren Löhnen. Zudem steigen Gehälter mit Qualifikation, Berufserfahrung und Verantwortung. Unser [Berufsspiegel](/spiegel) zeigt typische Spannen für über 100 Berufe.
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