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Aktivrente und DATEV Lohn und Gehalt: Steuerfreie Zuschläge für Arbeitnehmer nach Rentenbeginn

Die Aktivrente ermöglicht Arbeitnehmern nach Erreichen der Regelaltersgrenze einen Steuerfreibetrag von bis zu 2.000 € brutto monatlich – das Netto steigt entsprechend, ohne dass Sozialabgaben entfallen.

Aktivrente in DATEV Lohn und Gehalt: Was Sie über den neuen Steuerfreibetrag wissen sollten

Seit dem 1. Januar 2026 gibt es in Deutschland die sogenannte Aktivrente. Sie ermöglicht Arbeitnehmern, die bereits die Regelaltersgrenze erreicht haben, einen monatlichen Steuerfreibetrag von bis zu 2.000 Euro auf ihren Arbeitslohn. Für viele ältere Beschäftigte, die weiterhin berufstätig sind, bedeutet das eine spürbare Netto-Erhöhung. Doch wie wird dieser Freibetrag in der Praxis umgesetzt? Besonders in der Lohnabrechnung mit DATEV Lohn und Gehalt müssen Arbeitgeber die neuen Regelungen korrekt abbilden. In diesem Artikel erklären wir die Hintergründe, die Auswirkungen auf Brutto und Netto und geben einen Überblick über die typischen Gehaltsspannen in verschiedenen Karrierestufen.

Was ist die Aktivrente?

Die Aktivrente ist ein Steuerfreibetrag nach § 3 Nummer 21 EStG. Sie gilt für Arbeitnehmer, die die Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung erreicht haben (derzeit 67 Jahre, mit Übergangsregelungen) und weiterhin sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Der Arbeitslohn bleibt bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei. Wichtig: Die Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) werden weiterhin auf das gesamte Brutto gezahlt. Die Aktivrente betrifft also nur die Lohnsteuer.

Das Bundesfinanzministerium hat klargestellt, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, den Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren zu berücksichtigen. In der Praxis bedeutet das: Die Lohnabrechnungssoftware – wie DATEV Lohn und Gehalt – muss entsprechend konfiguriert sein. Viele Unternehmen nutzen DATEV für die Gehaltsabrechnung, daher ist die korrekte Einstellung der Aktivrente ein wichtiges Thema für Personalabteilungen.

Brutto vs. Netto: Wie verändert die Aktivrente Ihr Gehalt?

Um die Wirkung zu verstehen, ein einfaches Beispiel: Ein Arbeitnehmer verdient 2.500 Euro brutto im Monat. Ohne Aktivrente würde auf diesen Betrag Lohnsteuer fällig – je nach Steuerklasse etwa 200 bis 400 Euro. Mit der Aktivrente werden 2.000 Euro steuerfrei, nur die restlichen 500 Euro unterliegen der Lohnsteuer. Das Netto steigt also um den Betrag, der zuvor auf die 2.000 Euro Steuer gezahlt wurde. Bei einem Bruttogehalt unter 2.000 Euro ist der gesamte Lohn steuerfrei – das Netto entspricht dann dem Brutto abzüglich der Sozialabgaben.

Die tatsächliche Netto-Erhöhung hängt von Ihrer Steuerklasse, Kirchensteuer und weiteren Faktoren ab. Grundsätzlich gilt: Je höher Ihr Grenzsteuersatz, desto größer der Vorteil. Für eine grobe Einordnung: In Steuerklasse I (ledig, keine Kinder) sparen Sie bei 2.000 Euro steuerfreiem Einkommen etwa 300 bis 400 Euro Lohnsteuer pro Monat. In Steuerklasse III (verheiratet, besser verdienend) kann der Effekt geringer ausfallen.

Karrierestufen und typische Gehaltsspannen

Die Aktivrente richtet sich an Arbeitnehmer, die bereits im Rentenalter sind. Dennoch lohnt ein Blick auf die typischen Gehaltsentwicklungen im Berufsleben, um einzuordnen, wer von der Regelung profitiert. Die folgende Übersicht basiert auf Daten von Destatis und der Bundesagentur für Arbeit sowie auf unserer Berufsspiegel-Datenbank.

Einstiegsgehälter (0–2 Jahre Berufserfahrung)

Berufseinsteiger verdienen in Deutschland im Median rund 35.000 bis 42.000 Euro brutto jährlich. Beispiele:

  • Softwareentwickler/in: ca. 45.000 €
  • Ingenieur/in: ca. 48.000 €
  • Krankenpfleger/in: ca. 36.000 €

Da Einstiegsgehälter meist unter 2.000 Euro monatlich liegen (ca. 2.900–3.500 € brutto/Monat), wäre die Aktivrente für diese Gruppe nur relevant, wenn jemand nach Renteneintritt neu einsteigt – was selten vorkommt.

Berufserfahrung (3–9 Jahre)

Mit einigen Jahren Erfahrung steigen die Gehälter auf etwa 45.000 bis 60.000 Euro brutto jährlich. Typische Werte:

  • Projektmanager/in: ca. 58.000 €
  • Lehrer/in: ca. 52.000 €
  • Pflegekraft: ca. 38.000 €

Hier liegen die Monatsgehälter oft zwischen 3.500 und 5.000 Euro. Die Aktivrente kann bei einem Brutto von z. B. 4.000 € immerhin 2.000 € steuerfrei stellen – ein spürbarer Vorteil für Arbeitnehmer über 67.

Senior-Positionen (10+ Jahre)

Erfahrene Fach- und Führungskräfte verdienen häufig 60.000 bis 90.000 Euro und mehr. Beispiele:

  • Softwareentwickler/in Senior: ca. 75.000 €
  • Ingenieur/in Senior: ca. 80.000 €
  • Projektmanager/in Senior: ca. 70.000 €

Bei Monatsgehältern über 5.000 € profitiert man ebenfalls von der Aktivrente, da die ersten 2.000 € steuerfrei bleiben. Der absolute Steuervorteil ist hier sogar höher, weil der Grenzsteuersatz größer ist.

Aktivrente in DATEV Lohn und Gehalt: Umsetzung in der Praxis

DATEV Lohn und Gehalt ist eine der meistgenutzten Lohnabrechnungssoftware in Deutschland. Seit Januar 2026 müssen Arbeitgeber die Aktivrente dort hinterlegen. Die Software erlaubt es, den Freibetrag als „steuerfreien Arbeitslohn“ gemäß § 3 Nr. 21 EStG zu erfassen. Wichtig: Der Freibetrag kann nur für ein Dienstverhältnis genutzt werden – in der Regel das erste (Steuerklasse I–V). Bei mehreren Jobs muss der Arbeitnehmer bestätigen, dass die Aktivrente nicht bereits anderweitig berücksichtigt wird.

Arbeitgeber sollten prüfen, ob ihre DATEV-Version die Aktivrente unterstützt. In der Regel wird der Freibetrag automatisch auf den laufenden Arbeitslohn angewendet, sobald das entsprechende Kennzeichen gesetzt ist. Für Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gilt die Aktivrente ebenfalls, sofern sie nach dem 31. Dezember 2025 zufließen.

Vergleich: Ohne und mit Aktivrente

Um den Effekt zu verdeutlichen, hier eine Gegenüberstellung für einen Arbeitnehmer in Steuerklasse I, keine Kinder, Kirchensteuer nein, gesetzlich krankenversichert (Beitragssatz 14,6 % + Zusatzbeitrag 1,7 %), Rentenversicherung 18,6 %, Arbeitslosenversicherung 2,6 %, Pflegeversicherung 3,6 % (ohne Kinderzuschlag).

Brutto monatlich Ohne Aktivrente (Netto) Mit Aktivrente (Netto) Differenz
2.000 € ca. 1.300 € ca. 1.500 € (da 2.000 € steuerfrei, nur SV) +200 €
3.000 € ca. 1.850 € ca. 2.050 € (2.000 € steuerfrei, 1.000 € besteuert) +200 €
4.000 € ca. 2.350 € ca. 2.600 € (2.000 € steuerfrei, 2.000 € besteuert) +250 €

Die genauen Werte variieren je nach Steuerklasse und Sozialversicherungsparametern. Unser Gehaltsrechner kann eine individuelle Berechnung liefern.

Fazit

Die Aktivrente ist ein attraktives Instrument für Arbeitnehmer im Rentenalter, die weiterhin arbeiten möchten. Sie erhöht das Nettoeinkommen spürbar, ohne dass die Sozialversicherungsbeiträge steigen. Für Arbeitgeber ist die korrekte Abbildung in DATEV Lohn und Gehalt entscheidend, um Lohnsteuer-Nachzahlungen zu vermeiden. Wer die Voraussetzungen erfüllt, sollte seinen Arbeitgeber informieren und die Einstellung in der Lohnabrechnung prüfen lassen.

Weitere Informationen zu Gehaltsvergleichen und Berufen finden Sie in unserem Ratgeber und auf der Seite Berufe.

Häufige Fragen

Wer hat Anspruch auf die Aktivrente?

Anspruch haben Arbeitnehmer, die die Regelaltersgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung erreicht haben (derzeit 67 Jahre, mit Übergangsregelungen) und in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis stehen. Der Arbeitgeber muss Rentenversicherungsbeiträge oder Beitragszuschüsse zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen zahlen. Die Aktivrente gilt unabhängig von der früheren Tätigkeit – auch wer zuvor selbstständig war, kann sie nutzen, solange die aktuelle Beschäftigung die Voraussetzungen erfüllt.

Wie wirkt sich die Aktivrente auf mein Netto aus?

Die Aktivrente befreit bis zu 2.000 € des monatlichen Bruttogehalts von der Lohnsteuer. Das Netto steigt entsprechend, da keine Steuer auf diesen Teil gezahlt wird. Sozialversicherungsbeiträge (Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung) werden jedoch weiterhin auf das gesamte Brutto fällig. Beispiel: Bei 2.500 € Brutto bleiben 2.000 € steuerfrei, 500 € werden besteuert – das Netto liegt höher als ohne Aktivrente. Bei Bruttogehältern unter 2.000 € ist der gesamte Lohn steuerfrei.

Muss ich die Aktivrente selbst beantragen oder macht das der Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Aktivrente beim Lohnsteuerabzug zu berücksichtigen, sobald die Voraussetzungen vorliegen. Sie müssen Ihren Arbeitgeber über das Erreichen der Regelaltersgrenze informieren. In der Praxis wird dies in der Lohnabrechnungssoftware wie DATEV Lohn und Gehalt hinterlegt. Ein gesonderter Antrag beim Finanzamt ist nicht nötig – die Steuerbefreiung erfolgt automatisch durch den Arbeitgeber im Lohnsteuerabzugsverfahren.

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