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Berufsgehalt

1120 brutto in netto

1120 brutto in netto: Was bleibt Ihnen vom Gehalt?

Ein Bruttogehalt von 1.120 Euro monatlich liegt unter dem Vollzeit-Mindestlohn und entspricht etwa einer Teilzeitstelle. Netto bleiben je nach Steuerklasse und Abgaben rund 900 bis 950 Euro.

1120 brutto in netto: So viel bleibt Ihnen wirklich

Wer eine Gehaltsabrechnung mit 1.120 Euro brutto erhält, fragt sich oft: Was bedeutet 1120 brutto in netto? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab – Steuerklasse, Sozialabgaben und persönlichen Freibeträgen. In diesem Artikel erklären wir die Grundlagen, geben eine grobe Netto-Einordnung und ordnen das Gehalt im Vergleich zu Mindestlohn und Durchschnittsverdienst ein.

Brutto vs. Netto: Die wichtigsten Abzüge

Brutto ist der Betrag, den Ihr Arbeitgeber Ihnen vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen zahlt. Netto ist das, was auf Ihrem Konto landet. Die Differenz setzt sich zusammen aus:

  • Lohnsteuer (abhängig von Steuerklasse und Höhe des Einkommens)
  • Solidaritätszuschlag (seit 2021 nur noch bei hohen Einkommen)
  • Kirchensteuer (falls Mitglied einer Kirche)
  • Krankenversicherung (ca. 14,6 % + Zusatzbeitrag, je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber)
  • Pflegeversicherung (ca. 3,05 % bzw. 3,4 % für Kinderlose)
  • Rentenversicherung (18,6 %, je zur Hälfte)
  • Arbeitslosenversicherung (2,6 %, je zur Hälfte)

Bei einem Bruttogehalt von 1.120 Euro fallen die Steuern gering aus, da der Grundfreibetrag (2025: 11.604 Euro jährlich) fast erreicht ist. Dennoch werden Sozialabgaben fällig – außer bei einem Minijob (bis 538 Euro monatlich), der pauschal besteuert wird. Ihr Gehalt liegt über der Minijob-Grenze, daher sind Sie voll sozialversicherungspflichtig.

Grobe Netto-Einordnung für 1.120 Euro brutto

Für eine alleinstehende Person in Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer, mit gesetzlicher Krankenversicherung (angenommener Zusatzbeitrag 1,7 %) ergibt sich ein Netto von etwa 900 bis 950 Euro. Die Spanne entsteht durch regionale Unterschiede beim Krankenkassenzusatzbeitrag und durch mögliche Freibeträge. In Steuerklasse III (verheiratet, Partner ohne Einkommen) könnte das Netto etwas höher liegen, in Steuerklasse V etwas niedriger.

Einordnung: Wo steht 1.120 Euro brutto?

Laut BMAS beträgt der gesetzliche Mindestlohn ab 2025 12,82 Euro pro Stunde. Bei einer Vollzeitstelle (40 Stunden/Woche) ergibt das rund 2.222 Euro brutto monatlich. Ihr Gehalt von 1.120 Euro brutto liegt also deutlich darunter – es entspricht etwa einer Teilzeitstelle mit 20 Wochenstunden.

Zum Vergleich: Das Median-Bruttoeinkommen aller Vollzeitbeschäftigten in Deutschland lag 2023 laut Destatis bei rund 3.750 Euro monatlich. Auch hier zeigt sich, dass 1.120 Euro brutto weit unter dem Durchschnitt liegen. Typische Berufe mit einem solchen Einkommen sind Aushilfskräfte, studentische Hilfskräfte oder geringfügig Beschäftigte in Teilzeit.

Faktoren, die Ihr Netto verschieben

Die tatsächliche Nettoauszahlung hängt von mehreren individuellen Faktoren ab:

  • Steuerklasse: I, II, III, IV, V oder VI – je nach Familienstand und Einkommensverteilung.
  • Kirchensteuer: 8 oder 9 % der Lohnsteuer, falls Sie Kirchenmitglied sind.
  • Kinderfreibeträge: Entlasten bei der Steuer und bei Sozialabgaben.
  • Bundesland: Der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung variiert (2025 zwischen 0,8 % und 2,5 %).
  • Krankenkasse: Einige Kassen erheben Zusatzbeiträge, andere nicht.

Wer seinen persönlichen Nettobetrag genau wissen möchte, nutzt am besten den offiziellen Brutto-Netto-Rechner der Bundesregierung oder die Lohnabrechnung des Arbeitgebers.

Tipps zum Gehaltsvergleich

Wenn Sie ein Stellenangebot mit 1.120 Euro brutto prüfen, vergleichen Sie nicht nur den Monatsbetrag, sondern auch den Stundenlohn. Teilen Sie das Bruttogehalt durch die vereinbarten Arbeitsstunden. Bei 20 Stunden pro Woche und 1.120 Euro brutto ergibt sich ein Stundenlohn von etwa 12,44 Euro – das liegt knapp unter dem Mindestlohn. Achten Sie darauf, dass Ihr Arbeitgeber mindestens den gesetzlichen Mindestlohn zahlt.

Weitere Informationen zu Gehaltsspannen in verschiedenen Berufen finden Sie in unserem Berufsspiegel und in den Gehaltsdaten. Dort können Sie Ihr Einkommen mit typischen Werten für Ihre Branche vergleichen.

Fazit

1120 brutto in netto bedeutet für die meisten Arbeitnehmer einen Nettobetrag zwischen 900 und 950 Euro. Dieses Gehalt ist typisch für Teilzeit- oder Einstiegsjobs und liegt unter dem Mindestlohnniveau einer Vollzeitstelle. Prüfen Sie bei Vertragsangeboten stets den Stundenlohn und lassen Sie sich bei Unklarheiten von Ihrem Arbeitgeber oder der zuständigen Gewerkschaft beraten.

Für eine detaillierte Analyse Ihres persönlichen Nettogehalts empfehlen wir unseren Ratgeber mit weiteren Tipps zu Steuerklassen und Abzügen.

Häufige Fragen

Wie viel netto bleiben bei 1120 Euro brutto?

Bei Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer und mit gesetzlicher Krankenversicherung liegt das Netto etwa zwischen 900 und 950 Euro. Die genaue Summe hängt vom Bundesland (Krankenkassenzusatzbeitrag) und eventuellen Freibeträgen ab.

Welche Steuerklasse ist bei 1120 Euro brutto am günstigsten?

Steuerklasse III (verheiratet, Partner ohne oder mit geringem Einkommen) führt zu den geringsten Abzügen. Steuerklasse I (ledig) oder V (verheiratet, höheres Einkommen des Partners) können höhere Abzüge bedeuten. Bei diesem niedrigen Bruttoeinkommen ist der Steuerunterschied jedoch meist gering.

Ist 1120 Euro brutto ein ausreichendes Gehalt?

Das hängt von Ihren Lebenshaltungskosten ab. Mit rund 900–950 Euro netto ist es in vielen Regionen Deutschlands knapp, besonders bei Mietkosten. Es liegt unter dem Durchschnittsgehalt und entspricht etwa einer Teilzeitstelle. Ein Nebenjob oder eine Aufstockung durch Wohngeld oder Bürgergeld kann in Betracht kommen.